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Die TSG zum Saisonbeginn – Eine Analyse der ersten drei Gegner

Am 17. August startet die TSG Hoffenheim in die neue Saison. Auf diesem Weg begleiten den Verein die Neuzugänge um Oliver Baumann, Ermin Bicakcic, Jin-Su Kim, Pirmin Schwegler, Adam Szalai und Janik Haberer.

Nach Berlin lädt der USC Paloma zur ersten Runde des DFB-Pokals. Nach teils katastrophalen Pokalerinnerungen aus der ersten Runde ( 2012: 4-0 Niederlage gegen Berliner AK) kann die TSG nun mit neuer, verstärkter Defensive auftrumpfen. Auch in der Liga wird die Defensive der Kraichgauer nicht mehr das Prädikat „löchrig“ erhalten. Nicht nur im Pokal kann die TSG dank sinnvoller Neuzugänge neue Ziele in Angriff nehmen. Dank Adam Szalai kann die TSG Königsblau in der Liga sogar vielleicht übertrumpfen. Der Ausnahmestürmer mit Real Madrid – Vergangenheit braucht nur Einsatzzeit um den Killerinstinkt, der ihn in Mainz berühmt machte wieder auf dem Platz zu präsentieren.
Die löchrige Defensive stellt mit den beiden Innenverteidigern Süle und Bicakcic nun eine stabile Mauer, dahinter kann man sich auf die Paraden des Europaleague-erfahrenen Keepers Baumann verlassen. Auf der Doppelsechs wird sich Pirmin Schwegler den Platz neben Eugen Polanski schnappen, der sich mit Rudy duellieren dürfte und für weitere Sicherheit sorgen, über die Flügel wirbeln wie gewohnt Firmino und Volland. Die zwei Flügelspieler haben sich in den vergangenen Jahren herausragend entwickelt. In dieser Saison können beide den entscheidenden Schritt machen und Hoffenheim vom internationalen Geschäft träumen lassen.

Besonders in der zweiten Reihe warten Spieler auf ihre Einsätze, die durch ihre Spritzigkeit neue Ideen und spielerische Elemente einbauen können, die das Spiel dynamischer und unberechenbarer werden lassen. Das betrifft Tarik Elyounoussi ebenso wie Winter-Neuzugang Jiloan Hamad, Bruno Nazario, Kai Herdling und Janik Haberer.

Das neue Team hisst die Segel in Richtung Europacup, besitzt dazu auf jedenfall die Veranlagung und wenn es Trainer Markus Gisdol gelingt das Team ebenso souverän zu führen wie in der vergangenen Saison scheint Großes möglich, wenn die Abwehr die guten Ergebnisse aus der Vorbereitung auch in der Liga demonstrieren kann.

USC Palona (17.08.14)

Die Kleinen im Pokal darf man ja bekanntermaßen nicht unterschätzen. Ein hoher Sieg ist für die TSG dennoch drin. Vielleicht erleben wir ja wieder eine Sternstunde des TSG-Urgesteins Kai Herdling, der einen weiteren Frühling in seiner Karriere notieren könnte.

FC Augsburg

Für die TSG startet die Bundesliga am 23.08 mit einer Heimpartie gegen die Augsburger, die in der Transferphase große spielerische Verluste hinnehmen müssen. In der letzten Saison behielten beide Vereine jeweils durch ein 2:0 die Punkte im eigenen Stadion. Tim Matavz, gekommen von PSV Eindhoven, spielte im vergangenen Jahr noch in der Championsleague Qualifikation, wo ihm in vier Spielen zwei Tore gelingen (u.a. eines gegen AC Milan, 1:1). Er versucht nun André Hahn und Ji zu ersetzen und erhält dabei geballte Offensiv-Unterstützug von Nikola Djurdjic (Greuther Fürth), Shawn Parker (Mainz 05) und Caiuby (Cottbus). Insgesamt wechselten bis jetzt vier Offensivkräfte neu zum FCA, dazu kehren mit Fetsch und Bancé zwei Akteure zunächst zurück. Das defensive Herzstück, die Passmaschine Kevin Vogt (wechselte für 1,5 Mio € zu 1. FC Köln) wird vom erfahrenen Matthias Feulner (kam vom 1. FC Nürnberg) ersetzt. Bewegung könnte noch in die Defensivplanungen kommen, sollte Rechtsverteidiger Ostrzolek beim Hamburger SV unterschreiben.

Der FCA konnte sich vor allem in der Offensive gewaltig herausputzen, kann Königstransfer Matavz seine internationale Klasse unter Beweis stellen wird er FCA offensiv wieder unberechenbar und zielstrebig sein. Vieles hängt aber auch von der Form Altintops ab. Defensiv konnte man mit Feulner einen bundesligaerfahrenen Mittelfeldakteur an sich binden, der im Gegensatz zu Vogt allerdings nicht seine Entwicklungsschritte schon abgeschlossen hat und ihn nicht gleichwertig ersetzen wird.

Für die TSG ist Augsburg zum Beginn der neuen Saison ein guter Gegner. Das Gefüge, im letzten Jahr noch auf Euroleague-Kurs, wurde zerpflückt (Abgänge Hahn, Vogt) und für die TSG bietet sich die Chance den FCA noch in einer Findungsphase anzutreffen. Ein deutlicher Sieg ist hier möglich, gerade die schnellen Volland und Firmino können über die Außen einen hohen Druck aufbauen. Stabilisator Vogt wird man in diesem Spiel schmerzlich vermissen.

Werder Bremen

Bereits eine Woche nach dem Auftakt steht das Auswärtsspiel an der Weser auf dem Terminplan. Mit Werder Bremen und Hoffenheim verbindet man torreiche und hochspannende Partien: 5:4 (2008), 4:1 (2010), 4:4 (2013) lauten einige der Ergebnisse. Werder Bremen hat in den vergangenen Jahren das Attribut „Bayern-Verfolger Nummer 1“ gegen „Mittelklasseteam“ ausgetauscht. Großen Fußball und große Spieler – alles schon ein bisschen her bei den Grün-Weißen.

Mit Ausnahme von Aaron Hunt verließ kein Leistungsträger die Weser, aber der letzte wirkliche Star. Viele Spieler haben gezeigt, dass sie ein großes Potenzial haben, der letzte Entwicklugsschritt ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Führungsspieler wie Prödl, Fritz und Junuzovic müssen helfen das Team zusammenzuhalten. Wenig Tore und viele Gegentore sind bei den Bremern in den letzten Jahren zur Gewohnheit geworden. Die Neuzugänge Hajrovic und Bartels, beide auf der Außenbahn zuhause, sollen einen Elia zum Konkurrenzkampf zwingen, der in der Vergangenheit zu oft sein Potenzial versteckte. Durch die Neuverpflichtung von Alejandro Gálvez (Rayo Vallecano) erhält die Defensive einen neuen Stabilitätsfaktor, der außerdem das Team im Spielaufbau auf der Sechserposition unterstützen kann.

Können alle Spieler ihre Klasse vergangener Tage auf dem Platz abrufen, darf man sich wohl wieder auf ein Spektakel freuen. Vieles hängt auch von di Santo ab, dessen Leistungskurve zum Saisonende hin nach oben zeigte. Befindet sich Werder aber weiterhin auf Formsuche kann die TSG mit einem kontrollierten und sicherem Aufbauspiel über die Doppelsechs ihr Spiel aufziehen und mit schnellen Kontern die Defensive durchbrechen. Ein Sieg sollte für die TSG bei einem konsequent geführten Spiel und stabiler Abwehr möglich sein.

Der Kopf hinter Hoffenheimblog.de

In der kommenden Woche start das Hoffenheimblog.de.  Wir hatten dies ja bereits vor einiger Zeit angekündigt. Heute wollen ein wenig über den Mann hinter dem neuen Projekt berichten und haben deshalb mit Alexander Gusovius ein kurzes Interview geführt.

Herr Gusovius, manche TSG Fans können vielleicht mit Ihrem Namen und Ihrer Person nicht so viel anfangen. Stellen Sie sich bitte kurz vor.

In der Vergangenheit habe ich auf der Website 1899-freunde.de Artikel geschrieben und in der Nachfolge das Hochglanzmagazin 1899freunde ins Leben gerufen, das aber leider nach einer Nummer eingestellt werden musste. Der eine oder andere wird mich deshalb vielleicht doch kennen. Außerdem schreibe ich seit dem Hoffenheimer Aufstieg in die Erste Liga jedes Jahr eine Chronik der abgelaufenen Saison für die TSG, die man inzwischen auch im Fanshop erwerben kann.

Wie kam es zu Ihrer Liebe zur TSG 1899 Hoffenheim?

Ich habe 2007, damals noch in Bonn wohnend, zum ersten Mal von Dietmar Hopp und vom Aufbruch der TSG in Richtung Profifußball gehört. Mich hat das sofort interessiert, weil hier offenbar ein völlig neuer Weg eingeschlagen wurde. Das Neue und Unverbrauchte der TSG im Gegensatz zu vielen müden Traditionen in Deutschland hat mir gefallen. Das ist bis heute so geblieben – und die Liebe zur TSG ist trotz mancher sportlicher Probleme immer noch intensiver geworden.

Die letzten beiden Saisons bescherten den Fans der TSG ein Wechselbad der Gefühle. Wie haben Sie die beiden Runden gesehen?

Alexander Gusovius
Alexander Gusovius
Ganz genauso! Man konnte es ab Anfang 2013 mit der Angst bekommen. Nichts lief sportlich mehr zusammen, der Abstieg schien irgendwann unabwendbar. Die mutige Verpflichtung von Markus Gisdol und Alexander Rosen markierte den Umschwung. Aber war es dafür nicht schon zu spät? Den letzten Spieltag mit dem alles entscheidenden Spiel in Dortmund werde ich nie vergessen. Salis eiskalt verwandelte Strafstöße, der irreguläre, nicht gegebene Ausgleichstreffer für Dortmund, in buchstäblich letzter Sekunde den Relegationsplatz erreicht, danach zwei Siege gegen Kaiserslautern – mehr Gänsehaut geht nicht… Die abgelaufene Saison war trotz vieler Krimis dagegen die reinste Erholung. Außerdem hat sie die Auferstehung des Fußballs Marke TSG gebracht. Da hat man wieder gewusst: Fußball kann sogar Spaß machen, wenn ein Spiel unentschieden ausgeht oder verloren wird.

Zur neuen Saison startet Ihr Projekt Hoffenheimblog.de – was wird dort geboten?

Der Hoffenheimblog will die Fans vor allem informieren und unterhalten. Dazu gibt es Artikel und Kommentare zu allen Spielen, außerdem Vorschau-Artikel zu den Spielen, und es wird Interviews und Hintergrundberichte, Fragebögen und Fanmeinungen geben. Ich schaue die Spiele vorwiegend von der Gegentribüne aus an – genau das ist auch der Blickwinkel des Hoffenheimblogs.

Wie kam es zu dieser Idee und wer sind Ihre Wunschleser?

Wir haben neben unserer erstklassigen Fanszene aus der Südkurve ja auch viele Fans, die auf den anderen Tribünen zuhause sind, besonders zahlreich eben auf der Gegengerade. Die sind genauso leidenschaftlich bei der Sache und ihrer TSG genauso intensiv verbunden. Aber sie haben bisher keine Stimme und noch nicht das ihnen angemessene Gewicht. Daran will ich etwas ändern. Die Gegengerade ist enorm breit aufgestellt, hier trifft man Fans jeden Alters, aller Berufe, der verschiedensten Lebensläufe – und alle tragen sie die TSG im Herzen. Der Hoffenheimblog bietet ihnen ein Forum, das für sie hoffentlich maßgeschneidert ist.

Blicken wir ein klein wenig in die Glaskugel. Wie wird die kommende Saison für die TSG laufen?

Voraussagen im Fußball sind eine heikle Sache, auch die Experten liegen regelmäßig daneben. Aber bei allem, was man hört, ist eines klar: Die TSG wird die offensive Spielweise der letzten Saison beibehalten. Dazu konnte man ausgangs der letzten Saison schon beobachten, dass die Mannschaft immer stabiler wurde. Jetzt hat sich die TSG personell nochmal verstärkt und außer mit Johnson keinen Stammspieler abgegeben. In der Summe vermute ich daher, dass die neue Saison mindestens so spannend sein wird wie die alte, vielleicht sogar erfolgreicher. Dabei sollte man nicht vergessen, dass andere Vereine auch ihre Hausaufgaben machen. Die Konkurrenz in der Bundesliga ist enorm hoch, oft entscheiden wenige Prozentpunkte über Sieg oder Niederlage. Freuen wir uns also auf eine interessante neue Saison mit mindestens so vielen sportlichen Höhepunkten wie die alte!

Wo sehen Sie die TSG in 5, in 10 und in 15 Jahren?

Die TSG wird ein anerkannter, respektierter Teil der Bundesliga sein, mit jedem Jahr mehr. Dabei sind besondere Glücksmomente und eher schlechte Jahre möglich – und im Fußball sowieso nicht auszuschließen. In jedem Fall ist die TSG gut unterwegs und so breit aufgestellt, gerade auch was die exzellente Jugendarbeit anbelangt, dass man sich die TSG aus der Bundesliga nicht mehr wegdenken können wird. Mehr vorherzusagen wäre unseriös, oder? Also gut, ich wage eine konkrete Prognose: Hoffenheim wird im Jahr 2029 zum dritten Mal im Pokalfinale stehen.

Vielen Dank für das Gespräch.
Gern, und vergessen Sie nicht, für 2029 ein Hotelzimmer in Berlin zu reservieren!

HOFFENHEIMBLOG

(ALLE) ACHTUNG!!!

Am 11. August startet ein völlig neues Informationsportal zu 1899 Hoffenheim! Unter www.hoffenheimblog.de schreibt Alexander H. Gusovius ab Beginn der neuen Saison regelmäßige Spielberichte und Kommentare und analysiert aufwendig Hintergründe und Meinungen über die TSG.

Vor den Spielen gibt es zur Einstimmung jeweils eine aktuelle, statistisch ausgefeilte Vorschau.

Ziel des neuen Hoffenheimblogs ist es, allen interessierten Fans der TSG aktuelle Informationen und vertiefte Einschätzungen zum aktuellen Spielbetrieb von 1899 Hoffenheim zu liefern. Die grundsätzliche Sympathie zur TSG prägt den Blog, Information und Unterhaltung stehen im Vordergrund.

Alexander H. Gusovius hat in der Vergangenheit die Website 1899-freunde.de und das 1899freunde-Magazin herausgegeben. Sein Buch „Das Prinzip Hoffenheim“ (Tectum-Verlag) ist die derzeit ausführlichste und faktenreichste Darstellung zur TSG 1899 Hoffenheim.